Entstehung – Wie kam es zum Manifest?

Das Manifest ist ein Meilenstein in einer langen Entwicklung. Es versucht, die Ergebnisse unserer langjährigen Arbeit und Entwicklung in wenige Sätze zu kondensieren und öffentlich zugänglich zu machen.

Wann bei uns das Störgefühl einsetzte, dass das logisch-schlüssige, enge und zielgerichtete Mindset, mit dem wir aufgewachsen sind und ausgebildet wurden, oft nicht richtig passt, können wir nicht mehr ganz nachvollziehen. Jedenfalls wurde uns spätestens als Anwälte und Manager immer deutlicher, dass meist nicht die schlüssigen Dinge wichtig waren, sondern andere, unschärfere.

Mit dem Beginn unserer Arbeit als Berater im Jahre 2004/5 entstand sehr bald ein Werkzeug, das erlaubt, mit diesem anderen trotz all´ seiner Komplexität und Unschärfe methodisch souverän umzugehen: der Handlungsnavigator, mit dem alle relevanten Kräfte und ihre Wechselwirkungen in einem Handlungsfeld leichter wahrnehmbar und greifbar werden. Nach etlichen Jahren praktischer Arbeit und Erfahrung damit in unterschiedlichsten Zusammenhängen war es noch einmal ein intensiver Prozess, die Prinzipien dahinter – Stimmigkeit und Anliegenorientierung – deutlich herauszukristallisieren.

Aber auch wenn das gefundene Mindset für uns klar, wichtig und praktisch enorm hilfreich ist, es blieb schwierig, dieses sicher zu kommunizieren und es zu erfassen, ohne doch wieder schnell in alte Prägungen zurückzufallen. So entstand die Idee, die Denk- und Handlungsprinzipien des Mindsets auch allgemein zu beschreiben – und zwar möglichst knapp als Manifest.

    

Perspektive – Wohin könnte es gehen?

Wenn wir uns umschauen, entdecken wir viele Ansätze, die zumindest in Teilen und bestimmten Strömungen in eine ähnliche Richtung tasten, etwa aus Systemik, Kognitionsforschung und Physik, integrale und agile Ansätze, Open Space. Wir haben mit dem Manifest versucht, die harmonische Selbstorganisation als zentrales Bild hinter allen diesen Ansätzen sichtbar und für die Praxis greifbar zu machen.

Unsere Hoffnung ist, dass die vielen Versuche in ähnliche Richtungen zu einer größeren Strömung werden. Und als wertvolle Alternative zum vorherrschenden logisch-schlüssigen Mindset bewusst, anerkannt und für unser Handeln im 21. Jahrhundert relevant werden. Dass sich daraus Handlungsweisen Einzelner und Lösungen für die wirkmächtigen sozialen Systeme entwickeln. Und sich aus vielen kleinen und großen Schritten eine konstruktive Entwicklung hin zu einem gesunden, gemeinwohlstarken, freien und friedvollen Zusammenleben in Gang setzt und hält.

Aber warum ein Manifest? Weil wir einladen wollen, an dieser Perspektive teilzuhaben und mitzuarbeiten. Nicht nur, weil wir alleine gar nicht in der Lage wären, diese Entwicklung zu betreiben. Sondern auch weil es Engagement und Erfahrung vieler bedarf, um für die unendlich vielen Bereiche des Lebens immer wieder neue Lösungen und Varianten in allen Farben und Facetten zu finden und erfinden. Damit aus einer kleinen Strömung dann ein breiter Strom wird, der wirklich Veränderung in die Welt bringt.

    

Initiatoren – Wer sind wir?

Wir Initiatoren des HARMONIA Manifests, Martin und Elke Böckstiegel, haben die HARMONIA Methodik entwickelt, die Harmonie als Handlungsprinzip für viele Zusammenhänge nutzbar macht. Wir betreiben ein Beratungsunternehmen und eine Akademie. Wir bieten also nicht nur Lösungen für konkrete Probleme und die Begleitung von Kunden auf dem Weg, ihre Probleme selbst besser angehen zu können. Sondern auch Kurse, in denen jede(r) sich unsere Methodik gründlich aneignen kann, sei es für Führungs- oder Konfliktfragen, sei es für die eigene Entwicklung insgesamt.

Nach unser beider juristischen Ausbildung und Arbeitserfahrung in großen Wirtschaftskanzleien bzw. Wirtschaftsunternehmen sowie unseren Ausbildungen als systemische Berater/Coaches und Wirtschaftsmediatoren arbeiten wir nun als Berater und Dozenten zu Führung, Management, Innovation, Konfliktlösung, Recht und Organisationsentwicklung. Wir sind für eine große Bandbreite von Kunden tätig, von der Wirtschaft über die Wissenschaft und Gesundheit bis zur Verwaltung und Politik. Dabei haben wir gelernt, dass ein anderes Mindset und andere Methoden auch in der Praxis umso dringlicher werden, je offener und komplexer die zu bewältigenden Fragestellungen sind.

Wir sind deshalb überzeugt, dass die derzeitige Entwicklung weg von der standardisierten industriellen Massenproduktion hin zur individualisierten globalen Wissensökonomie, vielleicht auch weg vom manipulierbaren Konsum- und Wahlvolk hin zur selbstbewussten Zivilgesellschaft genau das braucht, was das Manifest geben will: die Wiederentdeckung und Ausarbeitung eines hilfreichen Mindsets für unser Handeln im 21. Jahrhundert.

 

Dr. Martin Böckstiegel

Dr. Elke Böckstiegel